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Bilaterale Beziehungen
Luxemburg und die Schweiz – Bilaterale Beziehungen
Eine Partnerschaft im Herzen Europas
Luxemburg und die Schweiz verbinden ausgezeichnete und langjährige Beziehungen. Im Jahr 2017 feierten beide Länder das 100-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen, die offiziell am 9. November 1917, mit der Eröffnung einer luxemburgischen Gesandtschaft in Bern, aufgenommen wurden. Die wirtschaftlichen Verbindungen reichen ebenfalls weit zurück und wurden unter anderem durch die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion geprägt.
Die Schweiz und Luxemburg teilen eine zentrale Lage im Herzen Europas, ihre Mehrsprachigkeit sowie ihr starkes Engagement für offene Volkswirtschaften, Rechtsstaatlichkeit und internationale Zusammenarbeit. Luxemburg ist Gründungsmitglied der Europäischen Union, während die Schweiz über ein umfangreiches Netz von bilateralen Abkommen eng mit der EU verbunden ist. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU befinden sich derzeit in einer wichtigen Phase der Weiterentwicklung und Modernisierung. Mit den Bilateralen III, werden die Schweiz und die EU einander weiterhin wichtige, zuverlässige und vorhersehbare Partner bleiben.
Politische und diplomatische Beziehungen
Der politische Dialog zwischen Luxemburg und der Schweiz ist eng und findet auf zahlreichen Ebenen statt. Beide Länder arbeiten sowohl bilateral als auch innerhalb internationaler Organisationen zusammen und teilen ein starkes Interesse an einer regelbasierten internationalen Ordnung, Multilateralismus und wirtschaftlicher Offenheit.
Die diplomatischen Beziehungen wurden in den vergangenen Jahren zusätzlich intensiviert. Robert Lauer, Botschafter des Großherzogtums Luxemburg in der Schweiz, überreichte am 19. August 2025 sein Beglaubigungsschreiben. Die Schweiz wird in Luxemburg durch Botschafter Benno Laggner vertreten. Zudem unterhält Luxemburg ein Generalkonsulat in Genf unter der Leitung von Generalkonsul Philippe Donckel sowie Honorarkonsulate in Zürich, geleitet von Honorarkonsul François Muller, und in Basel, geleitet von Honorarkonsulin Andrea Knellwolf.
Handel
Die Schweiz ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Luxemburgs. 2025 war sie der siebtwichtigste Handelspartner Luxemburgs im Warenhandel. Die luxemburgischen Warenexporte in die Schweiz beliefen sich 2025 auf 344 Millionen Euro, gegenüber 412 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Importe aus der Schweiz erreichten 204 Millionen Euro, gegenüber 176 Millionen Euro im Vorjahr. Zu den wichtigsten Warengruppen gehören Metalle, Maschinen und Apparate sowie Transportmaterial.
Noch bedeutender ist der Dienstleistungshandel. Bei den Finanzdienstleistungen ist die Schweiz der viertwichtigste Handelspartner Luxemburgs. Finanzdienstleistungen machen rund 80% des bilateralen Austauschs aus.
Die Wirtschaftsbeziehungen beruhen dabei auf einer hohen Komplementarität. Schweizer Unternehmen nutzen Luxemburg insbesondere als Plattform für ihre Aktivitäten innerhalb des europäischen Binnenmarkts. Luxemburgische Unternehmen und Institutionen profitieren ihrerseits von den Stärken der Schweiz in Bereichen wie Finanzdienstleitungen, Pharma und Life Science, Forschung und Technologie und Innovation.
Finanzplatz und Investitionen
Die engen Beziehungen zwischen den beiden international bedeutenden Finanzplätzen bilden einen der Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit. Schweizer Banken haben wesentlich zur Entwicklung der luxemburgischen Fondsindustrie beigetragen und sind weiterhin stark im Fondssektor und im Private Banking vertreten. Derzeit sind neun Banken schweizerischen Ursprungs in Luxemburg tätig, die Luxemburg unter anderem als Ausgangspunkt für ihre Aktivitäten innerhalb der Europäischen Union nutzen. Umgekehrt ist die luxemburgische Banque Internationale à Luxembourg (BIL) in Zürich, Genf und Lugano vertreten.
Auch bei den Direktinvestitionen bestehen bedeutende Verflechtungen. Die Schweiz ist der sechstwichtigste Partner Luxemburgs bei den ein- und ausgehenden ausländischen Direktinvestitionen, hinter den USA, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Irland und Deutschland. Zwischen 2022 und 2024 wurde allerdings ein kumulierter Rückgang von nahezu 20 Milliarden Euro registriert, der hauptsächlich auf Restrukturierungen und Liquidationen nicht ansässiger Tochtergesellschaften in Luxemburg durch Schweizer Unternehmen zurückzuführen ist.
Ein weiteres gemeinsames Betätigungsfeld sind nachhaltige Finanzen. Luxemburg ist seit Januar 2024 Mitglied der in der Schweiz lancierten SDG Impact Finance Initiative (SIFI), einer öffentlich-privaten Partnerschaft zur Mobilisierung privaten Kapitals für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele in Entwicklungsländern.
Die 2026 vereinbarte Einrichtung eines strukturierten Finanzdialogs zwischen dem Schweizer Staatssekretariat für Finanzen und dem luxemburgischen Ministerium für Finanzen unterstreicht den gemeinsamen Willen, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Finanzplätzen weiter zu vertiefen.
Innovation, Technologie und Wissenschaft
Die Zusammenarbeit in Forschung, Innovation und Hochschulbildung entwickelt sich zunehmend zu einem weiteren Pfeiler der bilateralen Beziehungen. Beide Länder verfügen über international wettbewerbsfähige Forschungs- und Innovationsökosysteme und weisen in zahlreichen Bereichen komplementäre Stärken auf.
Besonders sichtbar wird dies in der Hochschulkooperation. Ab dem Studienjahr 2026/2027 bieten die Universitäten Luxemburg und Genf einen Doppelmaster in Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Finanzrecht an. Das erste Studienjahr findet in Genf, das zweite in Luxemburg statt; jährlich können jeweils fünf Studierende beider Universitäten teilnehmen.
Darüber hinaus wurde im Mai 2026 eine Absichtserklärung zur Entwicklung eines gemeinsamen MBA-Programms mit der Universität St. Gallen unterzeichnet. Das Programm soll ab dem Studienjahr 2027/2028 auf beiden Campus angeboten werden und einen besonderen Schwerpunkt auf das luxemburgische Finanzökosystem legen.
Daneben besteht mit „LABOR SwissLux – Labour across Borders“ seit 2018 eine schweizerisch-luxemburgische Forschungskooperation zu grenzüberschreitenden Arbeitsmärkten. Der Austausch wurde zuletzt unter anderem beim Forum der Großregion zu Qualifikationen im grenzüberschreitenden Kontext am 9. Juli 2026 auf dem Campus Belval fortgeführt.
Kulturelle Beziehungen und luxemburgische Gemeinschaft
Die Beziehungen zwischen Luxemburg und der Schweiz werden nicht nur auf Regierungsebene getragen, sondern verfügen über eine starke gesellschaftliche und persönliche Dimension.
Zum 30. Juni 2026 lebten rund 3.367 Luxemburgerinnen und Luxemburger in der Schweiz. Damit ist die Schweiz Heimat der sechstgrößten luxemburgischen Gemeinschaft im Ausland. Gleichzeitig lebten Anfang 2026 nach Angaben des STATEC 481 Schweizer Staatsangehörige in Luxemburg, wobei Doppelstaatsangehörige in dieser Zahl nicht berücksichtigt werden.
Besonders intensiv sind die Beziehungen im Hochschulbereich: Im Studienjahr 2025/2026 studierten 495 Luxemburgerinnen und Luxemburger in der Schweiz, vor allem in Zürich, Lausanne und Fribourg. Die Schweizer Hochschulen spielen damit traditionell eine wichtige Rolle für luxemburgische Studierende.
Die gemeinsame Tradition der Mehrsprachigkeit erleichtert den gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zusätzlich. Die Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in Bern trägt durch kulturelle Veranstaltungen, Begegnungen mit der luxemburgischen Gemeinschaft sowie regelmäßige Veranstaltungen in verschiedenen Teilen der Schweiz zur Pflege dieser Beziehungen bei.